Vor kurzem habe ich an anderer Stelle über das Geld der Anderen geschrieben. Mit dem Weihnachten der Anderen verhält es sich ganz anders.
Irgendwann hat uns jemand erzählt, wie Weihnachten zu sein hat. Wir halten auch gerne an Kindheitserinnerungen fest, die wir gerne wieder erleben möchten. Es gibt auch viele Menschen, die irgendwann einfach das getan haben, was viele andere Menschen auch tun, haben sich der großen unbekannten vermeintlichen Mehrheit angeschlossen, ohne groß nachzudenken.
Was wird uns immer noch präsentiert, wenn es um Weihnachten geht? Wir sehen Familien, die am Fest zusammen geführt werden und feiern, ganz friedlich und ganz ruhig. Das ist das Bild, das wir oft auch aus alter Zeit in uns tragen. Es ist berechtigt, dass wir dieses Gefühl, das sich einstellt, gerne immer wieder neu erleben möchten. Ob es soweit kommt, bestimmen wir selbst.
Nicht Weihnachten selbst und auch nicht die Vorweihnachtszeit sind die Ursachen für das, was wir suchen und nicht zu finden vermögen. Wir selbst lassen uns vereinnahmen, ohne darüber nachzudenken, und dann leiden wir womöglich unter der mangelnden Umsetzung. Ich habe im Kopf, dass viele allein stehende Personen sich einsam fühlen, weil ja alle anderen Menschen an Weihnachten in Gesellschaft sind. Umgekehrt gibt es in vielen Familien gerade an Weihnachten Streit, und viele Menschen wünschten sich, alleine zu sein.
Das Weihnachten der Anderen ist nicht unser Weihnachten. Es spielt keine Rolle, ob Familie X oder Person Y an oder nach Weihnachten erzählt, wie schön sie ihre Tage erleben werden oder erlebt haben.
Jeder muss für sich überlegen, was er an Weihnachten wirklich möchte. Das ist der erste Schritt: Klarheit finden.
Wenn Sie bisher nicht geschafft haben, mit den Vorbereitungen zu beginnen, dann bedeutet dies nicht, dass nun der Rest der Adventszeit in Stress ausarten muss. Es wäre nur etwas einfacher gewesen. Sie sollten aktuell ganz klar für sich werden, was Sie sich für Weihnachten wünschen. Wünschen Sie sich dabei bitte etwas, das sie selbst gestalten können.
Wenn Sie beispielsweise im Streit mit jemandem sind, wird nicht Weihnachten automatisch dazu beitragen, dass dieser Streit geschlichtet sein wird. Es könnte aber sein, dass die Vorweihnachtszeit das Schlichten des Streits etwas einfacher machen könnte. Wenn es aber nicht gelingen sollte, wieder friedlich miteinander umzugehen, dann erwarten Sie nicht, dass automatisch ein Wunder geschehen wird, nur weil Weihnachtszeit ist. Besinnen Sie sich lieber auf die Menschen, mit denen Sie sich gerne umgeben und versuchen Sie, diese um sich zu haben. Und wenn dies auch nicht möglich ist, bleiben Sie dankbar dafür, dass es diese Menschen und den Frieden mit ihnen gibt.
Wenn Sie nun eher an die Dinge denken sollten, die sie selbst auch umsetzen können, könnten dies wiederum Geschenkideen oder Basteleien sein. Oder auch die Gedanken zum Weihnachtsmenü. Wie viele Personen daran teilnehmen werden, ist zweitrangig. Notfalls kochen Sie für sich alleine oder für sich und Ihren Partner oder einen Freund. Überlegen Sie, ob Sie einen Baum aufstellen möchten. Vielleicht genügt auch ein schönes Gesteck. Fragen Sie sich, ob Sie sich für die Festtage neu einkleiden möchten, oder haben Sie in Ihrer Garderobe genug Kleidungsstücke, die zu einem festlichen Anlass getragen werden können?
Weitere Fragen könnten Ihnen beim Erstellen der Liste helfen:
Wollen Sie noch Plätzchen backen, kaufen oder darauf verzichten?
Haben Sie bereits einen Adventskranz?
Wie sieht es mit einem Adventskalender aus?
Wollen Sie Weihnachtspost verschicken?
Vielleicht möchten Sie zunächst keine Abstriche in Sachen Weihnachten machen. Seien Sie sich dabei bewusst darüber, dass Sie ab jetzt nicht mehr allzu viel Zeit haben werden. Es ist also unerlässlich, dass Sie ganz bewusst und für sich entscheiden, was in diesem Jahr (nächstes Jahr können Sie neu und anders entscheiden) umsetzen und erreichen möchten. Streichen Sie alles aus Ihrer Liste, was nicht Ihr Thema ist und auf was Sie verzichten könnten.
Am Beispiel Dekoration des Heims möchte ich Ihnen verdeutlichen, was Klarheit bedeuten kann. Überlegen Sie zunächst ob Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus schmücken möchten oder nicht. Sie sind nicht gezwungen, weihnachtliches Dekorationsmaterial aufzustellen, weil jeder Andere es auch tut. Wenn Sie es jedoch weihnachtlich mögen, dann tun Sie es - wenn Ihnen die Zeit es erlaubt. Sie sollten auf keinen Fall dekorieren, weil ein anderer Mensch dies von Ihnen erwarten könnte.
Wenn also Ihre Familie sie drängt, doch endlich mal zu dekorieren, überlegen Sie sich für sich, ob Sie das auch möchten. Und wenn ja, dann wäre es doch angemessen, an einem Nachmittag oder Abend oder am ersten Adventswochenende (oder auch später - SIE entscheiden - in Abstimmung, wann es soweit sein soll) gemeinsam zu dekorieren. Gemeinsame Erlebnisse schaffen Verbundenheit, und diese wirkt sich positiv auf die Gesamtstimmung aus.
Wenn Sie wissen, dass diese gemeinschaftliche Unternehmung auf keinen Fall gelingen wird, weil es in den letzten Jahren immer schon schief gegangen ist, dann lassen sie es. Dann können Sie immer noch alleine dekorieren - ganz nach Ihrem Geschmack und Ihrem Zeitplan. Aber nur, wenn es wichtig für Sie selbst ist. Lassen Sie sich dann auch nicht in die Art und Weise, wie und wann Sie dekorieren hineinreden.
Handeln Sie entschieden!
Das gilt für alle Aufgaben, die auf Ihrer Liste stehen.
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